March is coming!

Nein, wir haben uns nicht im Datum geirrt. Seit Januar 2017 gibt es hier eine neue Jahreszeit: Women's March. Vor zwölf Monaten standen wir noch unter dem Schock des Amtsantritts von Trump und marschierten einfach los. Dieses Jahr sind wir besser vorbereitet. Wir haben eine Fahrgemeinschaft. Und T-Shirts. Und Schilder! Das Einzige, was sich bitte auf gar keinen Fall ändern soll, ist die Stimmung unter den Marchianerinnen und ihren Mitläufern. Die kann gern für immer so bleiben. So solidarisch, friedlich und entschlossen.

Weil wir aus Erfahrung wissen, dass wir nach dem langen Marsch eigentlich nur noch essen und schlafen wollen, hier ein kleiner Ausblick auf das, worauf wir uns freuen.

 

Abmarsch:

Wir werden wieder um sechs Uhr morgens an der Endhaltestelle Santa Monica in die Bahn nach Downtown LA steigen. Diesmal mit geladener TAP Karte

 Morgens halb sieben in LA: Nasty Women on the Way

Morgens halb sieben in LA: Nasty Women on the Way

Letztes Jahr brach die noch junge Metroline unter dem ganz und gar unerwarteten Ansturm der Demonstratinnen zusammen. Kurz nach dem Morgengrauen waren die Waggons von Schwarzfahrerinnen besetzt, weil den Automaten die Tickets ausgegangen waren und kein Personal regulierend zur Stelle war. Dieses Jahr fahren drei Mal so viele Züge. Und an jeder Haltestelle warten Kontrolleure. $ 1.75 kostet die einfache Fahrt to hear our vote. Geht grad noch.

 

LahMarsch:

Uber und Lyft werden wie gewohnt ihre Preise der Nachfrage anpassen. Letzes Jahr kostete uns deshalb die Heimfahrt vom Women's March in Downtown nach Hause 30 Dollar statt der üblichen acht. Ausnahmen für Aktivistinnen wollen die "Ride-Sharing"-Unternehmen auch 2018 nicht machen. Ja, dann. Hear Our Vote.

 

Marschmusik:

Auch für den 20. Januar 2018 haben sich wieder jede Menge prominente Gastrednerinnen angekündigt. Aber wenn es, hoffentlich, so zugeht wie beim ersten Mal, dann werden wir es vor lauter Menschen wieder nicht in Hörweite ihrer Kanzel schaffen. (Ehrlich gesagt, können wir die Ansprachen von Mila Kunis und Co verschmerzen, schließlich haben wir das ganze Jahr unser Ohr an Hollywood.)

Für einen allerdings werden wir notfalls auch crowdsurfen: unser extra-liebster Frauenbeauftragter Maxwell fliegt auf eigene Kosten aus New York ein. Hach!

Marsh-Mal-Low:

Unsere Malkünste sind leider seit dem Kindergarten nicht besser geworden. Aber was für ein Spaß war dieser Nachmittag im Rita House, wo sich am Samstag vor dem großen Marsch ein paar Dutzend Frauen zum Pinseln trafen. Dabei entstand auch dieses Kunstwerk:

 Tip: Schiefe Buchstaben mit Sternenstaub kaschieren

Tip: Schiefe Buchstaben mit Sternenstaub kaschieren

By the way: Der einzige Mann, der sich in unsere gar nicht so konspirative Bastelrunde stahl, stellte sich als Hobby-Kalligraph heraus. Wollen wir mal durchgehen lassen.

 

Marschpaket:

Zu unserer Grundausrüstung gehören:

 Dunkelblaues Protest-Shirt, check. Ladegerät fürs I-Phone, check. Gültige Metro-Karte, check. Nicht im Bild: Pink Pussyhat (weil zu spät mit Stricken angefangen)

Dunkelblaues Protest-Shirt, check. Ladegerät fürs I-Phone, check. Gültige Metro-Karte, check. Nicht im Bild: Pink Pussyhat (weil zu spät mit Stricken angefangen)

 

Marsch!

Laut Wikipedia bezeichnet eine (franz.) Marche – oder (deutsch) ein Marsch – auch "eine Satztechnik beim Roulette, bei der der Spieler versucht, aus den vergangenen Resultaten die im nächsten Coup eintretenden Chancen vorherzusagen".

Ob beim zweiten Coup des Women's March LA wieder eine Dreiviertelmillion Spielerinnen zusammenkommen? Das wissen nicht mal die Organisatoren. Wir wissen nur, wir sind viele. Sehr viele. Und wenn unsere Reihen ein bisschen lichter wirken sollten als vergangenes Jahr, dann nur, weil die Message bis ins Hinterland gedrungen ist. Selbst ein erzrepublikanischer Wahlbezirk wie Bakersfield schickte 2017 zehn Busse voller Trump-Gegnerinnen nach Los Angeles. War wohl ansteckend: Dieses Jahr veranstalten sie ihren eigenen Marsch

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The Force Is With Us.