Diesmal: Pool Patrol

Swimmingpools gehören zum California Lifestyle wie Surfer und Hot-Yoga-Studios. Schon Mary Pickford brachte sich in den 20er Jahren in Pool-Position. Die Stummfilmdiva liebte es, ihr riesiges Privatbecken vollbekleidet mit dem Ruderboot zu durchqueren. Auch in Zeiten anhaltender Dürre werden in unserer Wüstenstadt immer noch 250.000 private Schwimmbäder bewässert. Und trotzdem ist LA kein Badeparadies. Wer keinen Privatpool hat, muss auf die teuren Plantschbecken der Luxushotels ausweichen oder in eines der eher trostlosen Sportbäder, die weder Liegewiese noch Pommesbude zu bieten haben. Geöffnet sind diese Ertüchtigungsstätten jedoch nur im Juli und August.  Was bleibt, außer dem kalten Pazifik? Diese drei Ausnahme-Pools sind unser nasses Geheimnis.

Eins...

Im Luxus baden: Annenberg Beach House, Santa Monica

14116606764_cd903817db.jpg

Von Marmor und kostbaren Fließen umrahmt, gehörte dieses Prachtbecken am Strand von Santa Monica einst zu einem 110-Zimmer-Schloss, das in den Dreißiger Jahren William Randolph Hearst seiner Geliebten spendierte, dem Stummfilmstar Marion Davies. Im Gegensatz zum weltberühmten Hearst Castle in San Simeon darf man hier auch ohne Museumsführer rein. Von der Mega-Mansion zeugen nur noch das Gästehaus (das heute als Galerie und Event-Location dient) und ein weißes Säulenensemble am Beckenrand. Reservierung nicht nötig. Eintritt: vier bis zehn Dollar, montags die Hälfte.

Gefällt:  Glamourgöttinnen und ihren Verehrern

415 Pacific Coast Highway, Santa Monica, CA 90402

beachhouse.smgov.net

 

...zwei...

Mit Valleygirls abkühlen: Hansen Dam Aquatic Center

image.jpg.png

Dieses Gewässer ist das vielleicht größte Geheimnis von Los Angeles, zumindest, was seine Ausmaße betrifft. 150 Meter lang und 45 Meter breit, versteckt es sich neben einem noch größeren künstlichen See (mit Sportfischen und Motorbötchenverleih) mitten in Suburbia nordöstlich der Stadt. Mit einem See hat der Swim-Lake nur den sanften Einstieg gemein, der Rest des nur 1,50 Meter tiefen Monster-Pools ist betoniert und chloriert wie jede ordentliche städtische Badeanstalt. Merke: Wenn June Gloom mal wieder den Strand vernebelt, während im Rest der Stadt Sommer ist, fahren wir 18 Meilen landeinwärts.  Auch noch interessant: Der Eintritt ins Badeparadies kostet nur drei Dollar fünfzig. 

Gefällt: Langstreckenschwimmern und ihren Kindern

11798 Foothill Blvd., Lake View Terrace, CA 91342

laparks.org/aquatic/year-round/hansen

 

...drei

Überm Pazifik plantschen: Palos Verdes Swim Club

10146054_7729ut4ZVoHmTBG7vVrvYXYs6KDKF6nts8FMxtDejWE.jpg

Der Ausblick ist ebenso atemberaubend wie der Eintrittspreis: 45 Dollar kostet ein Tagespass für Nichtmitglieder, auch deshalb ist es angenehm unterbevölkert in diesem wunderschönen 25-Meter-Pool, der direkt in die Klippen über dem Pazifik gehauen ist. Palos Verdes ist die diskrete Schwester von Beverly Hills, auf halbem Weg nach Orange County wohnt altes Geld; und obwohl die Villen über der Malaga Cove wahrscheinlich ausnahmslos Lap-Pools im Garten haben, gibt es eine lange Warteliste für den Schwimmclub mit Aussicht: 8000 Dollar Aufnahmegebühr für Einheimische, 9000 für Zugereiste, dazu kommen 170 Dollar Monatsbeitrag. Und darin sind noch nicht mal die Yogakurse im angrenzenden Fitnessraum inklusive. Da kraulen wir doch gerne mal unser Ego.  

Gefällt:  Perlentauchern und Gold-Diggern

Palos Verdes Beach and Athletic Club

389 Paseo del Mar, CA 90274

pvbac.net