Grüße aus dem Gully

Als Hollywood-Schreiberin kriegt man öfter mal Geschenke ins Haus geschickt, die einen gnädig für einen Film stimmen sollen. Meist befindet sich in der Bestechungspost ein T-Shirt mit Aufdruck oder eine kleine Überflüssigkeit, die entfernt mit dem Thema des Films zu tun hat. Ein Polyesterschal für irgendwas mit Winter (Leonardo DiCaprio oder Zeichentrick-Pinguine, egal). Notizbücher. Eiskugelausstecher. Schnapsgläser. Nichts davon wäre weiter erwähnenswert. Bis heute morgen diese rote Box vor der Tür stand. Merkwürdig, muss mitten in der Nacht gekommen sein. Frankiert war das Ding auch nicht. Ich öffnete die Box. Heraus stieg ein roter Luftballon. Leise wiegte er in der Zugluft. .„You'll float too" stand auf der beiliegenden Postkarte. Die bunte Holzwolle, unter der sich eine gelbe Regenjacke verbarg, roch nach Zirkus. Beinahe hätte ich das Papierschiffchen übersehen. So eines, wie es die Kinder in Derry, Maine, im Rinnstein tanzen lassen. Wenn sie Pech haben, segelt es direkt in den Gully.

Wo jemand auf sie wartet.

„Und Georgie sah, wie sich das Gesicht des Clowns veränderte. Was er sah, war so fürchterlich, dass seine schlimmsten Fantasievorstellungen vom Wesen im Keller dagegen nur süße Träume waren; was er sah, brachte ihn schlagartig um den Verstand." 

Es ist zwanzig Jahre her, dass ich an ES gedacht habe. Auch wenn mich andere Horror-Clowns durchaus immer mal beschäftigen. Jetzt ist alles wieder da. Pennywise. Modergeruch. Mörder mit Humor. Hoffentlich ist das Marketing nicht der bessere Film.

Nachtrag : Das Marketing war der bessere Film. Wunsch für die geplante Fortsetzung: An den Inhalt der Kiste halten und den Clown gar nicht zeigen (still love you, Bill Skarsgard). Macht noch mehr Angst.