Diesmal: Neues aus der Schreibwerkstatt

So wie unsereins ruft: Was kann denn schon so schwer am Modeln sein?! Einfach in Klamotten steigen und gut aussehen!!, so wird sich manches Supermodel denken: Also, Romane schreiben, pffft, da erfindet man ein paar Figuren und macht Sätze drumrum... Drei Neuerscheinungen sind uns in diesem Herbst ins Auge gefallen, auf die wir extra-gespannt sind: nicht obwohl, sondern weil es sich bei den Autoren um blutige Anfänger handelt – auf diesem Feld jedenfalls. Also, hier ein paar herbstfrische  Einsichten von...

Cara Delevigne, 25: kann wohl alles

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Zur Zeit ist sie überall: Die Britin spielt in Hollywoodfilmen mit, singt Popsongs, entwirft Lederjacken und Rucksäcke, erklärt in Interviews mal eben das Gender-Bewusstsein ihrer Generation, und auf Laufstegen, klar, da sieht man sie auch stratzen. Nun hat die unermüdliche Cara D. einen Roman über vier Millennials geschrieben, denen widerfährt, was sie ständig am eigenen Leib erlebt: Die Leute glauben, alles über sie zu wissen, wenn sie nur in ihr hübsches Gesicht sehen. Der Schein kann täuschen –  das sei die Botschaft ihres Romans, den man wohl als eine Meditation über die Oberfächlichkeit verstehen kann... oder auch einfach als ein Ding mit ein paar ausgedachten Figuren und Wörtern drumrum.

Matthew Weiner, 52: kann total viel

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Wir wissen, dass der Erfinder von "Mad Men" eine Schwäche für undurchsichtige Gestalten hat. Aber was er da über seinen Roman-Erstling verrät, klingt richtig unheimlich. Er habe auf der Straße ein hübsches Mädchen in Schuluniform beoabachtet, das an einer Baustelle vorbeiging, und einer der Arbeiter, ein Skinhead, "warf ihr einen Blick zu, in dem Sex und Mord und Schrecken lagen. Was, wenn der Vater des Mädchens das gesehen hätte?" Aus dieser idyllischen Szene hat Weiner einen Roman gebastelt, von dem er sich nicht mal wünscht, dass er verfilmt wird. Die Leser sollen Bauchweh bekommen, hofft er. Sie werden es ihm nicht übelnehmen: Don Draper war auch nicht gerade ein Knuddelbär.

Barbra Streisand, 75: kann alles (und besser)

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Schon vor zwei Jahren jubelte ihr US-Verlag, dass "2017" – genauer wollte sich die Künstlerin nicht festlegen lassen –, die Memoiren der einzigen, urigen, echten und wahren Diva veröffentlicht würden, von ihr selbst aufgeschrieben, redigiert und am liebsten vermutlich auch rezensiert...  La Streisand, die Frau, für die das Wort Kontrollfreak erfunden wurde (Diva klingt in dem Zusammenhang viel zu madonnig), arbeitet an so etwas wie der Mutter aller Memoiren: jedes Wort eine Perle, jedes Foto (bitte nur von links, hört man sie zischen) eine Augenweide... Perfektion braucht einfach Zeit. Das entzückende Kinderbild übrigens ziert ihren Albumklassiker "My Name Is Barbra" aus dem Jahr 1965. Aber klar, wir warten geduldig.

 It's Cara Time (Foto: Glamour Magazine)

It's Cara Time (Foto: Glamour Magazine)

 It's Martini time (Foto: New York Times)

It's Martini time (Foto: New York Times)

 It's about time, Barbra (Foto: Reuters)

It's about time, Barbra (Foto: Reuters)