Diesmal: Frau ans Steuer

Als BBC kürzlich verkündete, ihr zeitreisender und body-surfender Serienheld "Doctor Who" werde in der kommenden 11. Staffel erstmals im Körper einer Frau wiedergeboren, hielten das viele "Whovians" für verheerender als Trumps Healthcare-Pläne. Und ohne dass wir jetzt nerd-mäßig darauf hinweisen wollen, dass der Doktor ein gender-neutrales Alien ist und er, wäre ihm danach, auch als Seegurke unter den Menschen wandelte – es kommt ja noch doller. Frauen nehmen den Jungs ihre Serien und Spielsachen aus der Hand, greifen nach ihren Raumschiffen und Herrschersitzen (Cersei Lannister – you go, girl!). Hier drei Mal schöner Putsch.

Eins...

Macht-Spiele: Daisy Ridley und Harrisons Hund

Foto: Vanity Fair

Foto: Vanity Fair

Mark Hamill mag „The Last Jedi“ sein, aber wenn am 15. Dezember „Star Wars – Episode VIII“ in die Kinos kommt, ist Daisy Ridley die erste Frau, die das berühmteste Raumschiff in dieser weit, weit entfernten Galaxy fliegen darf: den Millennium Falcon. Bekanntlich saß in dessen Cockpit bis vor kurzem Harrison Ford samt Riesenschnauzer Chewy und war von Alderaan bis Tatooine bekannt für sein Macho-Gebaren („Ich flog das Kessel-Rennen einst in weniger als 12 Parsec!“). Ein paar Lichtjahre hat's gedauert, aber nun ist die Macht mit den Feministinnen: Daisy sitzt am Steuer. Dass sie dieses ganze kosmische "Star Wars"-Kinderparadies binnen relativ kurzer Zeit in den Griff bekommen hat, überrascht erwachsene Frauen übrigens so wenig wie die Tatsache, dass das Design des „legendären“ Raumschiffs von einem angebissenen Hamburger inspiriert ist, der bei George Lucas und seinen Buddies seit Monaten unterm Sofa schimmelte.

... zwei...

All-Macht: Sonequa Martin-Green, mal kurz draußen

Schon klar, Trekkies, vor 22 Jahren gab es schon mal eine Frau auf der Brücke: Da trat Kate Mulgrew in die Fußstapfen von William Shatner und Patrick Stewart als Captain eines USS-Starships und kommandierte die Voyager, Schwesterschiff der berühmten Enterprise. Jetzt wird der Weltraum, werden die unendlichen Weiten tatsächlich noch weiblicher: Michelle Yeoh – unser liebster Drachen (oder war sie der Tiger? Weder noch? Iss völlig wushu!) – gibt in der „Star Trek“-Neuauflage „Discovery“ den Skipper, Sonequa Martin-Green, Fans bekannt als ein „Walking Dead“-Opfer, ihre Erste Offizierin, also quasi den Spock. Im September geht’s los (wird außerhalb der USA auf Netflix laufen). Wir freuen uns schon auf die Begegnung mit gleich zwei weiblichen Führungskräften – zumindest in Hollywood gilt das als die fremdeste aller Zivilisationen.

... drei

Macht was her: "Captain" Brie Larson 

Und nochmal Neuland: Brie Larson, die vor zwei Jahren ein bisschen aus Versehen einen Oscar gewonnen hat, verlegt sich jetzt vollends aufs Action-Fach. Sie spielt die Galionsfigur für ein Comic-Universum, das vorwiegend für neurotische, gleichwohl muskelbepackte und top-virile Superhelden bekannt ist. „Captain Marvel“ ist eine Testpilotin, deren DNA mit der eines Alien-Kriegers verschmolzen wird (don’t ask) und die deshalb fliegen kann, superstark ist usw. Sie wird also: Wonder Woman, nur diesmal aus dem Marvelschen Rüpel-Stall (Gal Gadot ist bei DC Comics unter Vertrag, dem Heim von Super- und Batman. Weniger Psycho-Störungen, gleiches Gehirschel). Am Drehbuch werkelt derzeit Geneva Robertson-Dworet, die uns genauso wenig sagt, die aber gerade „Tomb Raider“ neu aufgelegt hat, mit Alicia Vikander in der Angie-Rolle. Offensichtlich gilt das als neues, heißes Talent in Hollywood: Superheldenfilme zu schreiben, in denen Frauen die Strumpfhosen anhaben, nicht mehr die Buben mit ihren Hasenpfötchen im Viscose-Schritt. Wir wünschen Mast- und Schotbruch.