"Arthouse" mit Katze

Rosige Aussichten: "Freundin Inge", eine beleibte und beliebte Installation, döst auf ihrer Pappmaché-Matratze im Pool der Weisman-Villa in Holmby Hills. Vorne rechts, dito üppig, eine Skulptur von Botero: Nicht nur künstlerisch gesehen, trifft man hier viele Schwergewichte

Rosige Aussichten: "Freundin Inge", eine beleibte und beliebte Installation, döst auf ihrer Pappmaché-Matratze im Pool der Weisman-Villa in Holmby Hills. Vorne rechts, dito üppig, eine Skulptur von Botero: Nicht nur künstlerisch gesehen, trifft man hier viele Schwergewichte

Er gehörte zu den glücklichen Menschen, die, wo immer sie aufwachen, blauen Himmel sehen. Freilich hat Freddy Weisman, der unverbesserliche Optimist, ein wenig nachgeholfen: Im Schlafzimmer seiner Villa in Holmby Hills hängt gleich neben dem Bett auf eins fünfzig mal drei Metern Leinwand ein nur leicht bewölktes Firmament. Das Ölgemälde stammt vom amerikanischen Pop-Künstler Joe Goode, von dem der Milliardär Weisman so begeistert war, dass er ihn auch bat, das Interieur seines Privatjets anzumalen – in Himmelblau natürlich, dito mit kleinen Wölkchen. Wenn er also auf seinen Geschäftsreisen über alle Kontinente mal einnickte, so fiel sein erster Blick beim Aufwachen wieder zuverlässig aufs Azur. Von außen war die kleine Lockheed-Maschine übrigens mitternachtsblau – für den Ton hatte nicht etwa ein Lackierbetrieb, sondern der in Culver City residierende Maler Ed Ruscha gesorgt. Weisman hatte ihn Mitte der achtziger Jahre damit beauftragt; und wenn einer der großzügigsten, umtriebigsten und exzentrischsten Kunstmäzene Kaliforniens um Anstrich bittet, dann sagen auch Jahrhundertkünstler nicht nein. Ruscha spendierte sogar noch ein paar Glitzersternchen. 

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Blauer geht's nicht: Weismans Jetstar. Auf dem raren Gruppenbild, das ein Hörer dem lokalen Radiosender KCRW eingesandt hat, sieht man im hellen Anzug den stolzen Eigner, eingerahmt von der rothaarigen Kunstsammlerin Joan Quinn, dem Maler Joe Goode, Dana und Ed Ruscha und dem Direktor des Hammer-Museums in Westwood, Henry Hopkins (die Dame in Blau ist leider nicht identifiziert)

Blauer geht's nicht: Weismans Jetstar. Auf dem raren Gruppenbild, das ein Hörer dem lokalen Radiosender KCRW eingesandt hat, sieht man im hellen Anzug den stolzen Eigner, eingerahmt von der rothaarigen Kunstsammlerin Joan Quinn, dem Maler Joe Goode, Dana und Ed Ruscha und dem Direktor des Hammer-Museums in Westwood, Henry Hopkins (die Dame in Blau ist leider nicht identifiziert)

Ein Modell des Jets steht im Regal von Freddy Weidmanns Arbeitszimmer im Carolwood Drive – das ist eine der nobelsten Wohngegenden von Los Angeles, zu seinen Nachbarn zählten, als er das Anwesen 1982 erwarb, Barbra Streisand und Burt Reynolds. „FRW“ pinselte Ruscha noch auf das Flugzeug, die Initialen prangen ebenso auf den Nummernschildern von Weismans – natürlich blauem – Rolls-Royce-Corniche und von seinem Toyota-Sportwagen, einem Prototypen der GT-2000-Serie, für den Fans heute Millionen zahlen. 

Andy Warhol porträtierte den Kunstsammler mehrmals, hier 1984. Die "New York Times" schrieb, Weismans Kollektion – 400 Teile befinden sich allein im Carolwood Drive – sei "eine der besten privaten Modern-Art-Sammlungen", Kollegen in der Kunstszene nannten den Multimillionär recht wagemutig und einen "Maverick" – mit gelegentlicher Neigung zum Kitsch

Andy Warhol porträtierte den Kunstsammler mehrmals, hier 1984. Die "New York Times" schrieb, Weismans Kollektion – 400 Teile befinden sich allein im Carolwood Drive – sei "eine der besten privaten Modern-Art-Sammlungen", Kollegen in der Kunstszene nannten den Multimillionär recht wagemutig und einen "Maverick" – mit gelegentlicher Neigung zum Kitsch

Der Kunstsammler Frederick Rand Weisman, dessen außergewöhnliche Sammlung man heute auf kleinen Privattouren durch seine Villa bewundern kann, hatte sein Vermögen nämlich mit Autos gemacht. 1970, als die Amerikaner gerade erst anfingen, in ausländische Wagen umzusteigen, gründete er im US-Staat Maryland den „Mid-Atlantic Toyota“-Vertrieb, der sich schnell zum größten Importeur japanischer Fahrzeuge entwickelte. Nicht, dass Weisman zuvor ein armer Mann gewesen wäre: Sohn eines russischen Pelzhändlers und Geschäftsmanns, werkelte er sehr erfolgreich in der Immobilien- und Finanzwelt, war mit 31 bereits CEO der Konservenfabrik Hunt's; er blieb dort zwanzig Jahre lang, bis er mit einem Investment im Uranium-Handel richtig Geld verdiente. In die Business-Familie Simon, denen das Dosen-Tomaten-Unternehmen damals gehörte, hatte der junge Aufsteiger 1938 eingeheiratet. Seine ebenso wohlhabende wie kultivierte Gattin Marcia Simon weckte seine Liebe zur Kunst. In den vierziger Jahren begann das Paar, Bilder, Drucke, Skulpturen aus dem 20. Jahrhundert zu sammeln – das Wort „kaufen“ ist in der Szene verpönt. 

"American Collectors" ist ein Gemälde, das Weisman – abgebildet mit seiner ersten Frau Marcia – 1968 bei David Hockney in Auftrag gab. Er zahlte dem Meister damals 18.000 Dollar. Das Bild hängt heute im Art Institute von Chicago und ist eines der berühmtesten Bilder des Briten

"American Collectors" ist ein Gemälde, das Weisman – abgebildet mit seiner ersten Frau Marcia – 1968 bei David Hockney in Auftrag gab. Er zahlte dem Meister damals 18.000 Dollar. Das Bild hängt heute im Art Institute von Chicago und ist eines der berühmtesten Bilder des Briten

Freddys Schwager, der millionenschwere Unternehmer Norton Simon, macht hingegen in alten Meistern: Er häuft europäische und asiatische Klassiker an, träumt von seinem eigenen Museum. Freddy zieht es mehr zu den Werken von Willem de Kooning, Alberto Giacometti, Philip Rothko. Pop-Art fasziniert ihn, er freundet sich mit Warhol an, gibt bei David Hockney ein Porträt in Auftrag (das später zu einem der berühmtesten Gemälde des nach LA emigrierten Briten werden sollte). 

Zeitgenossen beschreiben den eher gedrungenen Weisman als leutselig, zugänglich, wuselig. Er hat eine exzellente Nase fürs Geschäft, macht viel Geld in allerlei Branchen, aber er will nicht auf seinem Vermögen herumsitzen: Einmal kauft er eine Rennbahn, dann investiert er in Computerfirmen. Am liebsten aber stöbert er auf Kunstmessen und Auktionen, trifft sich mit Galeristen und Malern.

Als Marcia Simon und er sich 1979 scheiden lassen, wird die Sammlung friedlich getrennt, Marcia hat die erste Wahl, eine Dreiviertelstunde später ist alles entschieden. Sie spendet ihren Anteil dem Museum of Contemporary Art in Los Angeles. Freddy aber will wie sein Ex-Schwager seine eigene Kunsthalle eröffnen.

1982 gründet er die „Frederick Weisman Art Foundation“ und sucht in der ganzen Stadt nach einem Heim für seine Gemälde und Skulpturen, tausende sind es, darunter die besten und teuersten Namen der modernen und zeitgenössischen Kunst. Als er mit dem Greystone Mansion in Beverly Hills liebäugelt, einer historischen Villa, die heute hauptsächlich als Film-Location und Touristenattraktion genützt wird, kreischen die Nachbarn auf: Sie wollen doch nicht in ihren stillen Straßen die Autos all der Plebejer haben, die in Museen fahren müssen, um sich Kunst anzusehen (kleiner Abschweif: Was bei Moviestars und Moguln privat überm Kamin hängt, ist im Zweifel echter als jedes Dekolleté, das öffentlich übern roten Teppich getragen wird. Kunst ist in Hollywood die liebste aller Investitionen, jeder Schauspieler, jeder Rapper, der ein paar Millionen übrig hat, fährt erstmal shoppen zur Miami Beach Art Basel).


Erster Eindruck: Schaf im Vorgarten, Katze im Hinterhof, und am Eingang wartet Picasso mit vier Händen – letzteres vermutlich ein ironischer Kommentar der Bildhauerin Marisol, dass das Genie ein bisschen handgreiflich wurde. Der Hausherr hatte eine Schwäche für Kunstwerke mit Humor

So kommt es also, dass Freddy in den Carolwood Drive zieht und anfängt, jedes Zimmer, auch die Bäder und Gästeklos, mit Objekten zu füllen. Ed Ruscha, sein Flugzeugmaler, ist im oberen Stockwerk mit einem Gemälde vertreten, das aus Platznot an die Decke gehängt wird, Keith Haring ziert das Treppenhaus, ein Picasso hängt über der Kommode, vor dem Kamin dreht sich eine Tänzerin des Bildhauers Robert Graham.

Tänzerin von Robert Graham

Tänzerin von Robert Graham

Die Stühle sind von Diego Giacometti (Alberts Bruder), der Couch-Tisch: eine Steinskulptur von Isamu Noguchi. Eine Bronze von Magritte, ein leuchtendblauer Korso von Yves Klein. In einem der Schlafzimmer im ersten Stock sitzt eine junge Frau auf dem Sofa, nackig und nachdenklich: Der hyperrealistische Künstler John D'Andrea hat sie dort hingesetzt, man möchte sich unwillkürlich entschuldigen für die Störung. Überhaupt all diese „Leute“: Eine Statue von Duane Hanson steht am Treppenaufgang und guckt mürrisch wie eine Rom-Touristin, die nicht durch noch eine olle Kirche geschleppt werden will. „Molly aus Miami“ nannte Freddy Weisman liebevoll die Skulptur. Ihr Pendant, ein halbkahler Herr in Rentnerbeige, döst im Fernsehzimmer. Und in Freddys Büro steht lebensgroß seine Mutter, Mary Weisman, die seit vielen Jahrzehnten tot ist und der Aus- und Zurschaustellung von Weismans Sammelleidenschaft endgültig einen Touch von „Psycho“ gibt. 

Kunst, sagt der Hausherr, solle nicht steril im Museum hängen, sondern in belebten Räumen erfahrbar sein. Und sie solle durch ihre Kostbarkeit und Wertigkeit den Betrachter weder demütigen noch erschlagen, sondern Spaß machen. Als er schon über achtzig Jahre alt war, führte er manchmal noch selbst Gäste durch sein edles Disneyland. Er freute sich jedesmal, wenn die Besucher um die Ecke in eines der Badezimmer lugten und dort auf ein Pärchen von John D'Andrea stießen: Mann und Frau, beide nackt und lebensgroß, in lässiger Umarmung. Oft zuckt die kunstbeflissene Gruppe bei diesem Anblick zurück, es wird nervös gelacht. „Ach“, rief Weisman dann vergnügt, „die beiden haben wohl noch nicht ausgecheckt!“

Seine exzentrische Kollektion sei nicht gerade akademisch, nörgeln Kritiker. Sie gehe in die Breite, nicht in die Tiefe. Vertreten ist, was Freddy gefällt: große Namen wie Rauschenberg, Jasper Johns, Sigmar Polke, Max Ernst, aber auch obskure Talente, deren Werke er „ins Gespräch“ bringt mit den modernen Meistern. So empfängt den Besucher am Pool eine riesige dicke Katze, unverkennbar aus der Adipositas-Menagerie von Botero, und im Pool dümpelt die beleibte „Freundin Inge am Wannsee“ aus der Hand der unbekannten deutschen Künstlerin Renate Goebel. 

Immer zu Diensten: Der britische Pop-Artist Allen Jones wurde in den 70er Jahren berühmt für seine provokanten Installationen, die in Filmen wie "Uhrwerk Orange" und vorübergehend auch in den Wohnzimmern von Roman Polanski und Gunter Sachs auftauchten. Weisman platzierte die Lady entsprechend in seinen "Medienraum" 

Immer zu Diensten: Der britische Pop-Artist Allen Jones wurde in den 70er Jahren berühmt für seine provokanten Installationen, die in Filmen wie "Uhrwerk Orange" und vorübergehend auch in den Wohnzimmern von Roman Polanski und Gunter Sachs auftauchten. Weisman platzierte die Lady entsprechend in seinen "Medienraum" 

 

Wer sich von Ruscha den Fuhrpark gestalten lässt, der hat Warhol zum Leibfotografen: Im Schlafzimmer überm Doppelbett hängt einer der vielen Prints, die Weisman und seine zweite, mehrere Dekaden jüngere Frau Billie Milam zeigen. Das Dekor – beklemmend gelb-geblümte Vorhänge um die Bettpfosten – erinnert an den Horrorfilm „Shining“, überhaupt ist eine Menge Hollywood in diesem „Arthouse“ spürbar. Schließlich sei Freddy ein echter Star gewesen, sagt Billie: „Frauen haben sich regelrecht an ihn rangeschmissen. Manchmal traten sie mir auf die Zehen, nur um ihn kennenzulernen.“ Eine plastische Doppelgängerin der glücklichen Gewinnerin in diesem Konkurrenzkampf – geschaffen wieder von Duane Hansen – liegt nebenan auf der Sonnenbank: im scharfen roten Top, die Lippen leicht geöffnet wie im typischen Glamour-Shot eines Starlets, geronnen zu ewiger Begehrlichkeit. 

Billie Milam Weisman, heute Managerin der Art Foundation, mit einem "Rocker" von Duane Hanson und zwei Motorrädern, die Keith Haring gestaltet hat. Links ein Lichtenstein: Wir befinden uns im Anbau zur Villa, der 1991 Raum schuf für die Riesenformate

Billie Milam Weisman, heute Managerin der Art Foundation, mit einem "Rocker" von Duane Hanson und zwei Motorrädern, die Keith Haring gestaltet hat. Links ein Lichtenstein: Wir befinden uns im Anbau zur Villa, der 1991 Raum schuf für die Riesenformate

Porträt der studierten Kunstwissenschaftlerin von Arnold Mesches, 1990. Das Paar kam sich Mitte der 80er Jahre näher; Billie fand es "unheimlich, als unabhängiges Working Girl plötzlich am Arm eines reichen Mannes zu landen"

Porträt der studierten Kunstwissenschaftlerin von Arnold Mesches, 1990. Das Paar kam sich Mitte der 80er Jahre näher; Billie fand es "unheimlich, als unabhängiges Working Girl plötzlich am Arm eines reichen Mannes zu landen"

Weisman war schon achtzig, als er die fotogene Billie ehelichte, zwei Jahre vor seinem Tod 1994. Die Witwe, die einst im Getty-Museum als Konservatorin gearbeitet hat, fährt noch heute im Bentley durch die Stadt, unermüdlich das Erbe ihres Mannes pflegend: Sie kuratiert seine Sammlung, die nicht nur am Carolwood Drive zu bewundern ist, sondern auch in einer ständigen Ausstellung an der Pepperdine-Universität in Malibu, in Galerien in San Diego und New Orleans und in einem Museum in Minneapolis, Freds Geburtsstadt. Er hat Millionen gespendet für ein Krankenhaus in Venice Beach, das kostenlos Obdachlose versorgt und mit alljährlichen "Art Walks" weitere Spenden zusammentrommelt. Auch einer Behindertenstiftung ist Weisman finanziell und persönlich verbunden: Zwei seiner drei Kinder aus der Ehe mit Marcia Simon sind schwerbehindert. Und sogar das Cedars-Sinai-Hospital in Los Angeles ist Teil seines Kunst-Universums: Der prominenten Klinik übergab der Patient Weisman mehrere tausend Gemälde, Drucke, Fotos und Installationen – aus Dankbarkeit.

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In den 40er Jahren kauften Marcia und Fred Weisman "Pink Angels" und "Dark Pond" von Willem de Kooning – und zwar gleich beide Bilder, weil sie sich nicht entscheiden mochten, für 35.000 Dollar. Heute sind sie mindestens das Hundertfache wert

In den 40er Jahren kauften Marcia und Fred Weisman "Pink Angels" und "Dark Pond" von Willem de Kooning – und zwar gleich beide Bilder, weil sie sich nicht entscheiden mochten, für 35.000 Dollar. Heute sind sie mindestens das Hundertfache wert

Dort war er nämlich nach einer lebensgefährlichen Kopfverletzung im Sommer 1966 wieder aus dem Koma erwacht. Über den Vorfall im Beverly Hills Hotel, der zu seinem Schädelbruch geführt hatte, gibt es unterschiedliche Berichte. Einig sind sich alle soweit, dass an diesem Abend in der legendären Polo-Lounge an einem Tisch Fred Weisman, damals noch Präsident bei Hunt’s, und ein Geschäftskollege saßen, am andern Frank Sinatra, Dean Martin, zwei Kumpels und eine Reihe „Ladys“. Und dass Freddy etwas tat, was damals nur sehr wenige wagten: Er bat Sinatra, der den Geburtstag seines "Rat Pack"-Spezis Dean Martin feierte, mal nicht so laut zu sein.

Sinatra schnappte zurück, er solle sich nicht so haben. Einige Augenzeugen meinen, dabei ein Schimpfwort für Jude gehört zu haben; Weisman ist jüdisch. Freddy erhob sich, Frankie erhob sich, und dann lag einer von beiden mit blutendem Schädel am Boden. Sinatra behauptete, Weisman sei gestürzt; Weisman konnte leider gar nichts sagen. Doch auch später verzichtete er auf eine Anzeige – offenbar, weil er zu jener Zeit rätselhafte anonyme Anrufe in der Nacht erhielt und um seine schöne Kunstsammlung, gar um seine Familie fürchten musste, wenn er von dem einflussreichen Entertainer nicht abließ.

Nichts, so sagte Weisman später, war seiner Genesung so zuträglich wie die Kunst. Seine damalige Frau Marcia schleppte seine Lieblingsgemälde ins Krankenhaus und drapierte sie ums Bett. Sie wusste, dass es aufwärts ging mit Freddy, als er die Augen aufschlug, lange auf eines der Bilder schaute und schließlich glasklar sagte: „Jackson Pollock, ich weiß noch, wie wir den gekauft haben.“

Heute hängen auf den Klinikfluren Werke von Frank Stella, Claes Oldenburg, Jasper Johns, Warhol, bald 4000 Teile. Sagt Frederick Weisman: „Es ergibt doch keinen Sinn, Kunst nur zu kaufen und zu kaufen. Man hat auch die Verantwortung, die Sachen zu zeigen.“ 

Kunst, so hat er am eigenen Leib erfahren, ist eben nicht nur ein angenehmer Mitbewohner, sondern auch gesund.

Der erste Blick: In Weismans ehemaligem Schlafzimmer im Carolwood Drive prangt "Commissioned Work (Three Panels)" von 1979. Joe Goode malte diese Wolken, die buchstäblich aufreißen vor blauem Himmel

Der erste Blick: In Weismans ehemaligem Schlafzimmer im Carolwood Drive prangt "Commissioned Work (Three Panels)" von 1979. Joe Goode malte diese Wolken, die buchstäblich aufreißen vor blauem Himmel

 
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Die Frederick R. Weisman Art Foundation führt montags bis freitags durch die Villa am Carolwood Drive. Weil man in dieser Gegend nicht parken kann, sind die  Grüppchen auf zehn, zwölf Teilnehmer beschränkt. Die Führung dauert anderthalb Stunden, drinnen darf nicht geknipst werden. Hier kann man einen Termin abmachen – und jawohl, der kleine Ausflug in die hohe Kunst kostet keinen müden Dollar ("Rose Plate", Keramik von Robert Arneson)